Wenn die Schmetterlinge sterben

• Verliebtsein ist eine der schönsten Drogen unserer Zeit. So selten, und auch deswegen so kostbar, entzieht sie sich Markt- und Absatzregeln und ignoriert sowohl die steigende Nachfrage als auch den heutigen Konsumgeist, der uns sofortige Bedürfnisbefriedigung als Selbstverständlichkeit eingeimpft hat. Impulskontrolle haben wir völlig verlernt. Und so leiden wir. Schreckliche Nächte voller unerträglicher Einsamkeit und unsägliche Sehnsüchte rauben uns den Willen, morgens aufzustehen. Und wenn es dann endlich mal so weit ist, und die Welt in einem wattebauschigen Rosarot glitzert, beginnt der panische Konservierungswahn und die Angst vor dem erneuten kalten Entzug.

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Die Ketzer der romantischen Liebe

• Kaum ein Thema ist derart überfüllt mit Gefühlen, Erwartungen und emotionalen Abgründen wie das der Liebe. Es spaltet Menschen in Optimisten und als Realisten getarnte Pessimisten, trennt den Philan- vom Misanthropen. Dabei erinnern die Belange des Konstrukts „Liebe“ an tiefreligiöse Grundsätze. Denn ganz entscheidend scheint dabei vor allem eines zu sein: der Glaube – der beständige Glaube an diese eine, diese einzig(st)e, diese wahre Liebe. Und die vom Glauben Abgefallenen sind bemitleidenswerte Ketzer, die  es zu bekehren gilt…

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